Die grossen Kaffeenationen zu Besuch beim weltweit grössten Kaffeehändler, die Schweiz

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Der 29 jährige David bewirtschaftet eine kleine Kaffeefarm im Anbaugebiet SantoDomingo in Costa Rica. Übernommen hat er diese 2006 von seinem Vater. Zusammen mit dem Agronomen Francisco Valverde, der ihm technische Unterstützung bietet, sind sie die jüngsten Gewinner des ‘AAA Farmers & Agronomists Award 2014’. Nespresso zeichnete dieses Jahr zum ersten Mal acht Bauern und Agronomen von drei Kontinenten mit diesem Preis aus und lud die Gewinner zur Besichtigung der Produktionsstätte in die Schweiz ein. Damit wirbt die Firma für ihr Nachhaltigkeitsengagement für faire Kaffeeproduktion und ermöglicht den Gewinnern Einblicke hinter die Kulissen der Produktion von Kaffeekapseln.

Die Inder Aveen und Changal kamen auf dem Rundgang durch die Produktionsstätten Orbes und Avenches aus dem Staunen nicht heraus. „Wie wird koffeinfreier Kaffee hergestellt? Das trinkt man in Indien nicht“, wunderte sich Changal. Aveen, blieb bei der Verpackungs-Falzmaschine stehen und traute seinen Augen nicht: „Dieser Vorgang sieht simpel aus, die Idee dahinter scheint komplex zu sein. Fantastisch, diese Technik!“ Am meisten verblüfft waren die beiden, als sie das Versandzentrum in Avenches betraten. „Nur 24 oder 48 Stunden, bis die Ware den Kunden erreicht – das ist unglaublich schnell!“ In Indien funktioniert alles langsamer und die Kultur des Kaffees steht noch immer im Schatten des Nationalgetränks Tee. Changal, Aveen’s beratender Agronom betont, dass ihr qualitativ hochwertiger Kaffee zu gut sei für Indiens grösste Kette ‘Cafe Coffee Day (CCD)’, die seit knapp 20 Jahren einen Aufschwung erlebt und zähle heute mehr als 1300 Cafés in 28 Staaten. Die indische Bevölkerung scheint auf den Geschmack des schwarzen Wachmachers zu kommen.

Auf der Führung durch die Nespresso-Produktionsstätte in Avenches gab es für die Besucher aus aller Welt viel interessantes zu entdecken.

Pro Journo / Evelyn Hausheer

Auf der Führung durch die Nespresso-Produktionsstätte in Avenches gab es für die Besucher aus aller Welt viel interessantes zu entdecken.

Die grossen Kaffeenationen

Aus Brasilien importiert die Schweiz am meisten Kaffee. Das flächen- und bevölkerungsmässig fünftgrösste Land der Welt ist der grösste Kaffeeproduzent weltweit. „Wie viele Kaffeebauern es gibt wissen wir nicht“, sagt der brasilianische Agronom Vinicius und fügt an, «Landwirtschaftsbereiche wie Kaffee oder Soja haben lange Traditionen und in jeder Anbauregion sind die Böden und das Klima anders, was den Kaffee unterschiedlich schmecken lässt. Die Vielfalt des Geschmacks ist also gut vergleichbar mit Wein“. Zusammen mit dem Bauern Antônio Màrcio und dessen Ehefrau ist er angereist und wie die Inder und Costa Ricaner beeindruckt von der Vollautomatik des Produktionsprozesses, den sie an vorderster Front miterleben können. Es wird viel Kaffee getrunken im grössten Land Südamerikas, zwar nicht in Kapseln, scherzt die portugiesisch sprechende Gruppe bei der Kaffeedegustation: „Wir exportieren den Guten und trinken den Schlechten“. Die Meinung teilt auch David aus Costa Rica: „Ich weiss, wie mein Kaffee schmeckt. Bei uns wird jedoch nur der schlechtere Kaffee getrunken – den Guten exportieren wir.“

Qualitätskaffee für Schweizer Röstereien

Auch in der begehbaren Rösterei und Kaffeebar ‘Rösterei’ der Blaser AG in Bern bekommt man Qualitätskaffee aus Südamerika und Afrika. Ob Espresso, Filterkaffee oder den während acht Stunden zubereiteten Cold Brew: Gelernte Baristas servieren und beraten die Kundschaft. Das Angebot ist gross und der Kaffee zu 100% nachverfolgbar. Die Kommunikationsverantwortliche Rosmarie Danz betont den grossen Stellenwert von Nachhaltigkeit: „Wir zelebrieren unser Kaffeewissen und bieten mit der Terroir-Linie den Kunden rückverfolgbaren Kaffee in Bohnenform und gemahlen in Pads an. Diese werden aus demselben Spezialpapier wie Teebeutel hergestellt. Somit sind sie im Vergleich zu Aluminium-Kapseln kompostier- und biologisch abbaubar – dafür allerdings weniger lang haltbar. Aber den besten Geschmack hat Kaffee sowieso, wenn er frisch gemahlen ist!”

Der Inder Changal darf seinen eigenen Kaffee auf dem Silberlöffel probieren. Dies ist ein Schritt der täglichen Degustation von Nespresso-Kaffeeexperten.

Pro Journo / Evelyn Hausheer

Der Inder Changal darf seinen eigenen Kaffee auf dem Silberlöffel probieren. Dies ist ein Schritt der täglichen Degustation von Nespresso-Kaffeeexperten.

Zwischen 70 und 80 % des weltweit exportierten Rohkaffees wird gemäss der Bachelorarbeit einer Studentin der Berner Fachhochschule aus dem Jahr 2010 über die Schweiz gehandelt. Hochwertiger Rohkaffee aus Afrika, Südamerika und Asien stellt die Grundlage für Grand Crus von Nespresso, den täglich frisch gerösteten Terroirkaffee von Blaser AG sowie des 100 prozentigen Arabica der Rösterei Cervino in Naters dar. Dort bezieht das Caffè Bologna seine hochwertigen Bohnen. In Zusammenarbeit mit der ‘Studentischen Körperschaft der Universität Basel (skuba)’ entstand ein gemütliches Kaffee mitten in der Stadt, das puren Arabica in verschiedensten Formen bietet. Dazu gibt es vegane Cupcakes. „Uns ist wichtig, kleine und regionale Unternehmen zu unterstützen und für unsere Kunden – überwiegend Studenten – nur nachhaltig produzierte Waren bester Qualität anzubieten“, sagt Roger Greiner, Projektleiter des Caffè Bologna, der seinen Kaffee zu Hause in der Bialetti-Espressomaschine zubereitet. Jedem das Seine also. Wichtig ist, darauf zu achten, dass bei der Produktion auf faire Bedingungen, Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit, Transparenz und funktionierende Produktionsprozesse gesetzt wird.

In der ‘Rösterei’ Bern gibt’s übrigens den guten alten italienischen Espresso aus nachhaltiger Produktion an der Stehbar für einen ‘Zweifränkler’. Salute!

Diese Serie über nachhaltige Kaffeeproduktion ist gesponsert von Nespresso.

One thought on “Die grossen Kaffeenationen zu Besuch beim weltweit grössten Kaffeehändler, die Schweiz

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