Bundesrätin schweizweit beim Tesla auftanken in der Ladestation treffen

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Noch fehlt in der Schweiz eine flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Damit eine umweltschonende Mobilität möglich wird und für das Erreichen des CO2-Zieles bis 2020, soll sich dies schnell ändern. Dafür haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des «Schweizer Forum Elektromobilität» Ende Juni in Luzern plädiert und Lade-Neuheiten, wie auch konkrete Pläne vorgestellt.

Gemäss dem Verband «Swiss eMobility» gibt es schweizweit rund 200 öffentliche (40 davon Schnelladestationen) sowie 600 private Ladestationen für Elektrofahrzeugbenützer – Tendenz steigend. Unter «lemnet.org» können europaweite Ladepunkte und Ladestationen eingesehen werden. Noch immer laden 90 Prozent ihr eCar an der Wall-Box zuhause oder auf der Arbeit.

Öffentliche Schnellladestationen noch rar

Um weite Strecken zurücklegen zu können, sind öffentliche Schnellladestationen ein Muss. In den letzten fünf Jahren forschte und entwickelte die internationale Automobil- und Elektroindustrie ununterbrochen an Techniken rund um die Elektromobilität. Was braucht es und wann, damit elektrisches Fahren in der Schweiz in die Gänge kommt? Die Frage nach dieser Zeit gibt im Parlament viel zu diskutieren. Die Vorstellungen gehen auseinander – klar ist aber, dass eine Unterstützung durch den Bund zwingend ist. Für Georges Theiler (Ständerat FDP) und Rudolf Dieterle (Direktor ASTRA) muss der elektrische Durchbruch ohne finanzielle Bundes-Spritze geschafft werden. Es genüge, die Infrastruktur laufend zu verbessern.

Sofortigen Handlungsbedarf – auch finanziell – sehen Aline Trede (Nationalrätin GPS), Jürg Grossen (Nationalrat GLP), Thomas Hardegger (Nationalrat SP) und Marco Romano (Nationalrat CVP). Marktanreize sollen geschaffen und dadurch die Elektromobilität attraktiver gemacht werden. Des Weiteren sei die Zukunft mit Strom aus erneuerbaren Energien für die Mobilität ein wichtiges Thema.

Die Niederlanden erobert von Schnelladestationen

Grossen erwähnt die Situation in den Niederlanden, wo Förderprogramme mit Zuschüssen seit mehreren Jahren betrieben werden. Aktuell sind weltweit 400’000 Elektroautos unterwegs – 30’000 davon allein in den Niederlanden. Zudem erobert das Schnellladestationen-Netz von «FASTNED» mit eindrücklichem Tempo das ganze Land. Gemäss den Teilnehmern der Podiumsdiskussion steht der schnellen Innovation hierzulande auch die föderalistische Struktur im Wege. Ein Beispiel: Die Raststätten in den verschiedenen Kantonen müssen für den Bau einer Ladestation einzeln bearbeitet werden, was einen grossen Aufwand bedeutet. Mit den Ladestationen kann man bis heute auch noch kein Geld verdienen, da der Strom vielerorts gratis ist. Die Energieversorger sind dennoch zuversichtlich damit Elektromobilität für sie ein rentables Geschäftsfeld wird.

Elektroauto in 25 Minuten laden

Seit dem Startschuss im Jahr 2012 von «eVite», der privat finanzierten Initiative für ein flächendeckendes Schnellladenetz unter der Trägerschaft des Verbands Swiss eMobility, sind 20 Ladepunkte eröffnet worden. Mit dem Projekt wird gemäss Jörg Beckmann, Präsident der Mobilitätsakademie, ein wichtiger Meilenstein auf der Energieagenda des Bundes gesetzt. Diese Initiative gelte als zentraler Baustein für die Marktentwicklung von Elektroautos. Der junge Gründer von FASTNED in den Niederlanden, Michail Langezaal hat am gesagten Forum angekündet, in Zukunft mit der Schweiz zusammenarbeiten zu wollen.

Auf Vernetzung setzten auch die Energieversorger. «Hubject» schliesst sich mit «Swisscom» zusammen. Ladestationen für Elektrofahrzeuge sollen europaweit und anbieterübergreifend vernetzt werden. Auf eRoaming, Flatrate und ICT setzen Firmen wie «cc Energy», «Repower» und die «Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ)». Mobilitätsanbieter, Ladestationshändler und -eigentümer sowie Kunden werden in einen möglichst einfachen Prozess integriert. «Alpiq» bietet mit dem GridSense-System eine ganzheitliche dezentrale Lösung mit künstlicher Intelligenz.

Laden ohne Kabel

Mit einer Neuheit trumpft auch die Ostschweizer Firma Brusa auf. «Vergleichbar ist unser neues Ladesystem mit dem einer elektrischen Zahnbürste – mit tausendfach stärkerer Leistung», erklärt Elektromobil-Pionier und Firmengründer Josef Brusa. Bekannt ist die Brusa Elektronik AG durch ihre konduktiven Ladegeräte. 2017 soll ein kompaktes Induktiv-Ladesystem auf den Markt kommen. «Das neue System besteht einzig aus Boden- und Fahrzeugplatte. Die benötigte Leistungselektronik ist bereits integriert. Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge können bequem geladen werden. Durch diese Komfortsteigerung sollen weitere Hemmschwellen der Elektromobilität abgebaut werden.» Ein Beweis dafür, dass auch hierzulande in diesem Bereich geforscht und entwickelt wird.

Bestimmt diese Schweizer Innovation die elektromobile Zukunft? Bequem und sicher laden ohne Kabel mit dem induktiven System von Brusa Elektronik AG.

Student Reporter / Evelyn Hausheer

Bestimmt diese Schweizer Innovation die elektromobile Zukunft? Bequem und sicher laden ohne Kabel mit dem induktiven System von Brusa Elektronik AG.


Gemütliches Laden

Das Laden neu erfunden hat das deutsche Forschungsinstitut Fraunhofer mit der «ChargeLounge»: Hohe Ladeleistung, einfachste Installation, Lounge-Zugang mit Kaffee während des Ladens und ein innovatives Geschäftsmodell. Durch das modulare Bausystem kann je nach verfügbarem Platz ein Business- oder einen Fitnessraum hinzugefügt werden. Ein Batteriepufferspeicher erlaubt das schnelle Laden von mehreren Fahrzeugen und alle Arten von Anschlüssen sind verfügbar. Auch die Integration von Photovoltaik-Modulen sowie bidirektionales Laden sind möglich. Das Buchen des Business-Raums soll in Zukunft einfach per Smartphone-APP funktionieren – Zugang und Abrechnung ebenfalls. Noch ist keine ChargeLounge installiert worden, der Prototyp ist jedoch vielversprechend.

Prototyp der ChargeLounge im Innenhof des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern.

Student Reporter / Evelyn Hausheer

Prototyp der ChargeLounge im Innenhof des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern.


« Sehr geehrte Frau Bundesrätin Leuthard,…»

Eine wichtige Voraussetzung für das Fahren mit Strom ist der Zugang zu einer Stellfläche mit geeigneter Lademöglichkeit. Wenn die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schafft, können bis zum ersten «Tag der Elektromobilität» am 16. Juni 2015 vielleicht wieder neue Fortschritte in Bezug auf die Ladeinfrastruktur verkündet werden. Ein wichtiger Schritt hat der Verband Swiss eMobility am 2. Juli 2014 gemacht und der Bundesrätin Doris Leuthard einen offenen Brief mit dem Titel «Die Schweiz braucht eine echte Elektromobilitätspolitik»vorgelegt. Unterzeichnet wurde dieser von zahlreichen Vertretern aus der Wirtschaft, Forschung und Politik. Nun bleibt das Hoffen auf ein offenes Ohr und vor allem das Handeln der Bundesrätin, die seit neuestem mit einem Tesla S unterwegs ist.

Businessraum der ChargeLounge – mit Fernseher. An der Aussenwand können die Autos geladen werden.   

Student Reporter / Evelyn Hausheer

Businessraum der ChargeLounge – mit Fernseher. An der Aussenwand können die Autos geladen werden.

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