Mobility Radio Day – Im Impact Hub Zürich auf Sendung

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Die Redaktion geht auf Sendung – das war Anfang Juni die Idee und wie das manchmal mit Ideen so ist: Diese hier ging auf. Zwölf Stunden lang sendete das Student Reporter-Team live aus dem Impact Hub in Zürich, das dafür in einer Nachtschicht zum Radiostudio umfunktioniert wurde. Unserem Thema sind wir dabei treu geblieben: Alles drehte sich um Mobilität, bis hin zur Musik, die die Moderatoren Nico Saameli und Sina Blassnig fachkundig ausgewählt hatten.

Session #1 Einführung zur Mobilitätskampagne mit Christoph Birkholz, Ronald Schenkel, Nico Saameli und Tim Lehmann

Student Reporter

Session #1 Einführung zur Mobilitätskampagne mit Christoph Birkholz, Ronald Schenkel, Nico Saameli und Tim Lehmann

Während also die Red Hot Chili Peppers ihre Erkenntnisse zum „Road Trippin’“ besangen (Let’s go get lost und dergleichen), versammelten wir in vier Sessions Experten, die sich ebenfalls am Thema abarbeiten, jeder auf seine Weise. Und weil es ein so weites Feld ist, galt es zunächst zu klären, wovon wir eigentlich sprechen, wenn wir Mobilität sagen.

„Dabei geht es um mehr als bloß mit dem Zug oder Auto herumzufahren“, betonte Ronald Schenkel, Redaktionsleiter von NZZ Campus. „Dazu gehört auch, wie Daten bewegt werden, oder wie wir in digitalen Netzwerken unterwegs sind.“ Es sei das Kernthema unserer Zeit, so Schenkel, weil es in alle Lebensbereiche eingreife. „Das ist journalistisch natürlich sehr interessant“ – vor allem wenn es Studenten abdecken, die mit diesen Entwicklungen lange leben müssten.

Zusammen mit Tim Lehmann, dem Gründer von Student Reporter, sowie dem Impact Hub-Geschäftsführer Christoph Birkholz nahm Schenkel an der Session zur Einführung teil. Im vergangenen halben Jahr hatte Student Reporter im Rahmen der Kampagne „Urban Mobility“ mit der NZZ Campus kooperiert, unsere Texte zum Thema erschienen im Magazin und Online. Auch das Impact Hub ist ein Kooperationspartner, Birkholz leitet es seit der Gründung im Jahr 2010. „Ich war damals ein Laie im Thema Mobilität“, gab er zu bedenken. „Erst durch die Arbeit der Start Ups im Hub habe ich all die Facetten mitbekommen, die es in diesem Bereich gibt.“

Eine dieser vielen Facetten ist der Bereich des Carsharing, dem wir eine ganze Session widmeten. Adamo Bonorva und Eva Lüthi haben damit bereits ihre Erfahrungen gemacht. Bonorva arbeitet bei dem Carsharing-Service „Mobility“, der 2.650 Fahrzeuge an rund 1.400 Standorten in der Schweiz zur Verfügung stellt. Und Lüthi steckt hinter dem Start Up „Sharoo“ – einer Carsharing-Plattform, auf der Nutzer einander ihre Privatautos verleihen. Doch wie zuverlässig sind solche Angebote von peer to peer? „Die Community bewertet die einzelnen Mitglieder “, sagte Lüthi. Sie reguliere sich damit selbst. Sowohl Lüthi als auch Bonorva wirkten im Gespräch recht entspannt, was nicht weiter verwundert. Konkurrenten auf dem Schweizer Carsharing-Markt sind sie schließlich nicht mehr: Seit März ist „Mobility“ an „Sharoo“ beteiligt.

Um Start Ups kommt man in der Berichterstattung über Mobilität kaum herum, weil diese jungen Unternehmen – wahrlich nicht immer, aber durchaus oft – versuchen, das Thema originell zu denken. Und damit Geld zu verdienen. Doch nicht allen geht es um die große Innovation: „Das Team, das eine Idee umsetzt, ist viel wichtiger als die Idee selbst“, sagte Nicolas Berg, Investor und Gründer diverser Start Ups. Diese These diskutierte Berg mit anderen Gründern aus dem Mobilitätsbereich in der Session „Mobility Start Ups“.

Einige der Gäste sahen die Bedingungen für Gründungen in der Schweiz durchaus kritisch: „Die Schweiz ist nicht durchweg Start Up-freundlich“, sagte Stella Schiefer von BringBee. „Das liegt zum einen an den hohen Lebenshaltungskosten hier. Und zum anderen ist der Schweizer Markt klein. Wenn du mit deiner Firma Geld verdienen möchtest, musst du dich schnell auch in die Nachbarländer orientieren.“ Aus der Perspektive eines Investors gesehen, sei die Schweiz interessant, ergänzte Berg: „Weil es hier nicht so viele Investoren gibt.“

Wie Berichterstattung über Mobilität – vom Wirtschaftsfokus einmal abgesehen – auch noch aussehen kann, diskutierte die Redaktion von Student Reporter in einer eigenen Session. Schnell war klar, dass Reporter bisweilen wie Füchse sind: keine Rudeltiere. Und so gewannen die Redaktionsmitglieder dem Thema verschiedene Ansätze ab. Jonas Gabrieli etwa reiste für uns per Mitfahrgelegenheit von der Schweiz bis nach Gibraltar und testete verschiedene Transportmittel. Nicolas Zahn berichtete vom World Collaborative Mobility Congress in Bern und beschäftigte sich dort unter anderem mit der Frage, in wie weit Gesetzgeber dazu in der Lage sind, auf Entwicklungen wie die Sharing Economy zu reagieren. Beide Reporter berichteten von ihren Erfahrungen.

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