Gemütlich in der ChargeLounge in die elektrische Zukunft der Schweiz

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Darüber, dass die Elektromobilität den Durchbruch noch nicht geschafft hat, ist man sich einig. Woran es liegt jedoch nicht. Am Schweizer Forum Elektromobilität vom 24. und 25. Juni im Verkehrshaus Luzern wurde diskutiert, über Neues informiert und positiv in die Zukunft geschaut. Nach dem passenden umweltfreundlichen Motto ‚As paperless as possible’ hat der Verband ‚Swiss eMobility’ zum Gipfeltreffen der Elektromobilität eingeladen.

Diverse Energieversorger haben sich mit Vorträgen über ihr elektromobiles Engagement nur so übertroffen, VW und Hauptsponsor des Kongresses hat seine e-Flotte vorgestellt und Politiker von links bis rechts in einer hitzigen Podiumsdiskussion ihre Ansichten verteidigt. Ebenso hitzig war die Debatte über die Erdöl-Zukunft Schweiz. Der Präsident der Erdölvereinigung Dr. Rolf Hartl führte mit Nick Beglinger, Präsident Swisscleantech einen regelrechten Schlagabtausch.Durch diversen hochkarätigen Besuch aus Deutschland wurde die Situation im Nachbarland und Europa aufgezeigt. Das vorbildliche Gastland Niederlande hat anhand mehrerer Beispiele bewiesen, wie man elektrisch in die Zukunft geht und dies im Buch «THE FASTNED STORY» niedergeschrieben – mit der Devise: Handeln anstatt reden!

Erster Prototyp der ChargeLounge im Innenhof des Verkehrshauses.

Evelyn / Hausheer

Erster Prototyp der ChargeLounge im Innenhof des Verkehrshauses.

Mit Evite ist unter der Trägerschaft des Verbandes ‚Swiss eMobility’ eines der ersten flächendeckenden Netzen an Schnellladestationen für alle gängigen Elektroautos im Aufbau. Schnelles Laden nach niederländischem Vorbild von FASTNED und die Idee einer ChargeLounge, wo man sich währenddessen gemütlich und in moderner Infrastruktur verpflegen, ausruhen oder Business Meetings abhalten kann, würden gut in die kleine Schweiz passen. Wegen der föderalistischen Strukturbarrieren wird man darauf jedoch noch eine Weile warten müssen. Sogar Carsharing von Elektroautos hat dank E-motion in Zürich bereits die erste erfolgreiche Plattform erhalten. Man munkelt über eine Ausweitung in andere Städte. Das Pilotprojekt von ‚m-way’ hat mit sharoo eine unabhängige Plattform geschaffen. Auf elektrische Miete setzt auch ‚Energie Wasser Bern’, Hauptsponsor des diesjährigen Kongresses. Swisscom und Hubject wollen gemeinsam die Vernetzung und einfache Nutzung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in der Schweiz vorantreiben.

Gemütliche Atmosphäre und Kaffee während des Ladens bietet die ChargeLounge.

Evelyn Hausheer / Student Reporter

Gemütliche Atmosphäre und Kaffee während des Ladens bietet die ChargeLounge.

Lässt der Durchbruch aufgrund des hohen Preises für Elektroautos oder der unvollständigen Ladeinfrastruktur auf sich warten? Die Begründung des spärlichen Angebots zählt heute nicht mehr. Es sind inzwischen Modelle aller Art auf dem Markt. Weitere werden bald folgen – wie beispielsweise der ‚VW Golf’ im Juli dieses Jahres. An Innovationen fast nicht zu bremsen, fehlt der Schweiz der Antrieb von oben: Es braucht politische Rahmenbedingungen.Der Bund ist gefordert. ASTRA-Präsident Rudolf Dieterle hat in Luzern versprochen, die überarbeitete ‚Schweizer Road Map Elektromobilität’ in Kürze zu präsentieren. Zudem sollen Informationslücken beseitigt und die Menschen vom unglaublichen Fahrgefühl überzeugt werden: Leise, kraftvoll mit eCar – sozusagen.

Kürzlich veröffentliche Zahlen zu eBikes sind vielversprechend: Gemäss Touring Club Schweiz (TCS), ebenfalls Hauptsponsor des diesjährigen Forums, sind bereits 225’000 unterwegs auf Schweizer Strassen. Im Rahmen eines Pilotprojekts versichert der TCS eBikes gratis und fördert die Elektromobilität auf zwei Rädern. EScooter hinken noch hinterher, werden aber durch Projekte wie ,New Ride’ gefördert. Im Jahr 2015 findet der erste ‚Schweizer Tag der Elektromobilität’ statt. An neuen Möglichkeiten, Ideen und innovativen Technologien fehlt es der Schweizer Elektromobilitätszukunft nicht. Was noch fehlt, sind mehr Nutzer. Are you ready to be electrified?

 

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