Studierende können in Sachen Mobilität mehr als nur Konsumenten sein

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Studierende gehören zu den fleissigeren Benutzern öffentlicher Busse und Bahnen und sind gerne bereit, neue Mobilitätsangebote auszuprobieren. Aber sie scheinen relativ wenig Einfluss auf die Gestaltung dieser Angebote zu haben. Möglichkeiten, sich in die Diskussionen zur Zukunft der Mobilität einzubringen, bestehen jedoch durchaus.

Wie kaum eine Generation zuvor geniessen heutige Studierende die Vorzüge von Mobilität, was ihnen bereits das Label „Generation Easyjet“ eingebracht hat. Doch nicht nur in den Ferien, auch im Alltag sind Studierende mit Fragen der Mobilität konfrontiert: Gehe ich mit dem Bus oder Tram zur Universität oder doch lieber mit dem Velo? Lohnt es sich noch den Führerschein zu machen, geschweige denn ein Auto zu kaufen?

Auf der Suche nach Antworten kommt man um einen gesellschaftlichen Trend kaum herum: die Sharing Economy mit ihrem Grundsatz „access over ownership“. Es geht nicht mehr darum, die Dinge selbst zu besitzen, das Wichtigste ist nun der Zugang. Dieser Trend macht sich auch im Bereich der Mobilität bemerkbar, beispielsweise in der Beliebtheit von Mitfahrportalen wie mitfahrgelegenheit.ch oder Tooxme.

Studierende haben eigene Ideen für die Zukunft der Mobilität

Diese Dienstleistungen basieren auf studentischen Start-ups, welche massgeblich durch die Erfahrungen und Ansprüche des Studierendenlebens geprägt sind. Eine eigene Firma für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu gründen ist folglich ein Weg, wie Studierende zur Gestaltung des Mobilitätsangebotes beitragen können.

Da die Gründung eines erfolgreichen Start-ups jedoch mit viel Aufwand verbunden ist und nicht jede Idee eine neue Firma rechtfertigt, nehmen Studierende hauptsächlich in ihrer Rolle als Konsumenten Einfluss auf die Gestaltung des Mobilitätsangebotes. Dabei wäre es gerade für Studierende sinnvoll, sich aktiv bei der Gestaltung der Mobilitätspolitik zu engagieren. Schliesslich haben Studierende nicht nur neue Ideen und Bedürfnisse, sondern sind auch als Bürgerinnen und Bürger von politischen Entscheidungen betroffen.

Neue Ideen werden gefördert

Dieser Umstand wird zunehmend auch von der Wirtschaft und der Politik entdeckt. Seit 2011 vergibt deshalb etwa LITRA, la Ligue suisse pour l’organisation rationelle du traffic, einen Preis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich des öffentlichen Verkehrs. Im Jahr 2013 wurden insgesamt vier Preise vergeben an Studierende der ZHAW School of Engineering, der Hochschule Luzern Wirtschaft, der Hochschule für Technik Rapperswil und der ETH Zürich.

Das Engagement Studierender im Bereich der Mobilität war auch Bestandteil des diesjährigen World Congress on Collaborative Mobility (wocomoco) welcher vom 7. bis 8. Mai in Bern stattfand. Der Kongress bat Start-ups die Möglichkeit, sich zu präsentieren und lud Studierende aus verschiedenen Ländern zum College for Collaborative Mobility (cocomo) ein. Obwohl alle ihre Erfahrungen mit Mobilität machen, richtete sich cocomo nur an Studierende aus Fächern mit einer direkten Verbindung zu Mobilität. Der Mangel an Interdisziplinarität ist den teilweise sehr technischen Diskussionen gewidmet welche bestimmte Vorkenntnisse bedingen, jedoch sollen in Zukunft auch fachfremde Studierende besser integriert werden.

Während zwei Tagen diskutierten die Teilnehmer ihre Visionen für die Zukunft der Mobilität aus der Perspektive der Planer, der Betreiber und der Konsumenten und präsentierten ihre Ideen am zweiten Tag des Kongresses vor interessiertem Publikum. Die Message der Teilnehmenden war klar: Wenn du dich das nächste Mal über die volle S-Bahn oder die fehlende Fahrradspur aufregst, denk darüber nach, wie du die Mobilität der Zukunft verbessern könntest.

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